Okondeka -Rhodesian Ridgeback-


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Nasentumor

Universität München

Aufruf an betroffene Hundebesitzer

Nasentumor beim Hund

Es handelt sich bei diesen Tumoren um eine der seltensten Krebsarten überhaupt. Bei Menschen wurde er 1924 erstmal beschrieben, und seitdem zählte man etwa 1.500 Fälle. Bei Tieren wurde man erst vor einigen Jahren darauf aufmerksam, wohl weil inzwischen immer mehr Haustiere eine medizinische Versorgung auf menschlich hohem Niveau erhalten. Diese Art von Tumor ist ein so genanntes Neuroblastom der Riechschleimhaut; ein Aesthesioneuroblastom oder auch Olfactorius-Neuroblastom. Er beginnt an der Riechschleimhaut und breitet sich von da über die Nasenhöhe aus; schließlich kann er auch zum Gehirn durchbrechen. Die Symptome sind die einer Allergie oder eines Schnupfens: Nasenausfluss, Niesen (manchmal mit Blut), einseitige Probleme mit der Nasenatmung, ein Schnauben, das manchmal für Husten gehalten wird. Je nach dem Ansatzpunkt des Tumors und der Art des Wachstums treten unterschiedliche Verlaufsformen auf. Der Betroffene kann sich sehr lange –abgesehen von der Schnupfensymptomatik- noch sehr wohl fühlen und innerhalb von wenigen Stunden sterben, wenn der Tumor zum Gehirn durchbricht. Es kann aber auch zu einer langen Phase mit Schmerzen, Apathie, Appetitlosigkeit, Geräusch- und Lichtempfindlichkeit kommen, auch zu einem Verlust des Geruchssinnes oder des Sehens. Experimentelle Behandlungen, die Operationen, Bestrahlungen und Chemotherapien kombinieren sind sehr aggressiv, haben große Nebenwirkungen und zerstören viel gesundes Gewebe. Die Lebensqualität danach ist schlecht und die Überlebensrate gering, nicht zuletzt weil die Tumore meist wiederkehren.
Bei lange andauernder Schnupfensymptomatik, die auf Behandlungen nicht immer oder immer nur kurzzeitig anspricht, sollte man eine Nasenspiegelung vornehmen lassen. Ein CT oder MRT führen zu einer sicheren Diagnose.


Bis jetzt gab es keinen in der medizinischen Literatur vorgestellten Fall von Olfactorius-Neuroblasomen, der genetische Faktoren für die Entstehung dieser Tumoren nahe gelegt hätte. Der dramatische Fall von drei Verwandten ersten Grades in zwei Generationen einer Familie von Rassehunden (die Namen der betroffenen Hunde ist der Redaktion bekannt), bei denen der Tumor im gleichen noch sehr jungen Alter auftrat, gibt uns nicht von der Hand zu weisende, überzeugende Indizien für die Möglichkeit einer Vererbung.


Wenn sich auch nur der Verdacht erhärtet, dass die Anlage zu dieser Erkrankung weitergegeben werden kann, dann müssten daraus von Züchtern und deren Vereinen die notwendigen, verantwortungsvollen Konsequenzen gezogen werden.

Die Bedeutung eines Nachweises der Vererbbarkeit solcher Neuroblastome geht aber weit über die Tiermedizin hinaus. Erkenntnisse aus dem Schicksal betroffener Hunde können für die Erforschung der Vererbbarkeit von Krebs im Allgemeinen und die Früherkennung und vielleicht eines Tages erfolgsversprechende Behandlungsmethoden für diese spezielle Art von Tumoren von unschätzbarem Wert sein.

Wir bitten Sie daher inständig, alle Verwandten betroffener Hunde aufzuspüren, die Züchter/Vereine zu informieren und eventuelle Erkrankungen oder gar Todesfälle zu registrieren und diese Information so schnell wie möglich an uns weiterzuleiten. Ebenso nachdrücklich bitten wir auch um Nachricht über jeden anderen Fall eines solchen Tumors, und die Verwandten eines betroffenen Hundes.

Das Institut für Tierpathologie –Lehrstuhl für Allgemeine Pathologie und Neuropathologie der LMU

Prof. Dr. Wolfgang Schmahl- ist mit der Bitte an uns (Ridgebackzeitung) herangetreten, diesen Aufruf an alle Besitzer von Rassehunden oder Mixen zu richten, deren Hund an Nasentumor erkrankt bzw. verstorben ist.

Über die Forschungsergebnisse wird informiert.


Speziellen Dank an Prof. Dr. Wolfgang Schmahl, dass wir diesen Aufruf veröffentlichen dürfen.


Informationen hierzu:

Nasal Neoplasia in the Dog and Cat



Veröffentlichung des Artikels als Autorin in den Rhodesian Ridgeback News.



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